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Aktualisiert Freitag, 29.März 2024

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Über: Betriebssysteme

"Du wirst nichts besitzen und Du wirst glücklich sein". Im Bereich der Computer und Daten wird das Wort Klaus Schwabs Realität.

Das Betriebssystem ist die Software, die einen Computer erst zum Leben erweckt. Sie macht erst Laufwerke, Ordner, Dateien und diverse Geräte verfügbar. Sie stellt eine grafische Benutzerschnittstelle zur Verfügung, so dass der Benutzer mit Tabellen, Bildern oder Texten und anderen Medien arbeiten kann. Ohne ein Betriebssystem ist Ihr Gerät nur ein nutzloser Kasten.

Im Unternehmen und auf dem Desktop oder Laptop zu hause ist "Betriebssystem" zumeist synonym zu "Microsoft Windows".

Dabei ist die grafische Oberfläche im Prinzip gar nicht so unterschiedlich, ob Sie nun Windows, Linux/Unix oder Apple verwenden. Im Grunde besteht sie immer aus einem Menu, aus dem heraus Anwendungen gestartet werden, einer Leiste, in der Sie ihre geöffneten Programme sehen, sowie Fenstern, in denen Ihre Anwendungen laufen. Als Eingabegeräte dienen Maus und Tastatur. Alles weitere ist Gewohnheit.

Microsoft Windows

Es hält sich ja hartnäckig der Mythos von der Garage, aus der heraus Bill Gates sein Imperium aufgebaut habe. In der Realität waren es eher das Geld und die Beziehungen seines Vaters, die seinen Aufstieg ermöglichten. Die Basis für MS-DOS war der CP/M-Klon 86-DOS des Entwicklers Tim Patterson. Bill Gates kaufte 86-DOS für 75 000 Dollar, nannte es MS-DOS und lizensierte es innerhalb eines Jahres an über 70 Firmen. Ohne grafische Benutzeroberfläche war es an die Leistung der damaligen Desktopcomputer angepasst und dominierte bald den Markt.

Doch die Hardware entwickelte sich rasant. Microsoft setzte auf die MS-DOS-Krücke eine mit der Maus bedienbare grafische Oberfläche mit Fenstern. Microsoft-Windows war geboren. Maus und Fenster waren allerdings keine Microsoft-Erfindung. Es gab sie bereits lange auf Unix-Workstations, aber eben nicht für den Consumer-Bereich.

Die MS-DOS-Krücke hielt sich bis Windows-ME, erst mit XP setzte sich die NT-Architektur endgültigm durch.

Mit Windows 10 änderte sich das Konzept Microsofts zu "Windows as a Service", Windows als Dienstleistung. Damit verschob sich die Verfügungsgewalt über den Computer des Anwenders - und auch die darauf befindlichen Daten - zu einem guten Teil zu Microsoft. Aus Gesichtspunkten des Datenschutzes und der Datensicherheit eine durchaus bedenkliche Entwicklung.

Linux

Linux ist eine Weiterentwicklung des UNIX-Betriebssystems. UNIX ist praktisch der Großvater aller Computerbetriebssysteme. Für UNIX wurde die erste grafische Benutzeroberfläche mit Fenstern und Maussteuerung entwickelt. Neben Linux sind Apples Mac-OS bzw. OS-X und die (Free-) BSD-Systeme direkte UNIX-Derivate.

Linux ist seit langem das vorherrschende Server-Betriebssystem. Es gibt diverse Distributionen, von denen manche mehr oder weniger experimentell sind und den Schwerpunkt auf die Verwendung neuester Entwicklungen und Programmversionen setzen, während andere - wie Debian - auf größte Stabilität setzen.

Auf einem Linux-System besteht eine strikte Trennung zwischen Betriebssystem und grafischer Benutzeroberfläche. Der Linux-User kann unter einer Vielzahl sogenannter "Desktops" wählen, die Aussehen und Bedienung der Oberfläche bestimmen. Die bekanntesten sind Mate, Cinnamon, Gnome und KDE.

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Diese Anzeige schaltete Microsoft 1999. Sie bezog sich vermutlich auf die Vielzahl unterschiedlicher Linux-Distributionen, die sich in technischen Details, aber nicht in der Benutzeroberfläche unterscheiden.

Anders als bei Windows lädt man sich Programme für seine Linux-Distribution über einen sogenannten Paketmanager herunter. Diese Pakete werden von den Entwicklern einer Distribution bereitgestellt und sind von diesen signiert. Dadurch wird die Wahrscheinlichkeit, sich mit einem Programm Schadsoftware zu installieren, weitgehend ausgeschlossen.

Installation auf einem Desktoprechner oder Laptop ist heute bei den bekannten Distributionen kein Problem mehr, sie installieren sich automatisch und funktionieren wie Windows out of the Box. Vorteile bieten sie zudem durch ihr Update-System, das anders als bei Windows zumeist keinen Neustart erforderlich macht. Linux-Updates laufen nebenher und man kann unbesorgt dabei weiter arbeiten, es gibt keine Wartezeiten nach einem Neustart und Fehler und Sicherheitslücken werden innerhalb weniger Tage gefixt, es wird nicht bis zu einem "Patchday" gewartet.

Probleme gibt es aber immer noch mit der Treiberunterstützung für Drucker, Scanner und dergleichen. Während Tastatur, Maus und Bildschirm kein Problem ist, sollte man bei der Anschaffung anderer Geräte auf die Existenz von Linux-Treibern achten. Das gilt auch für die Grafikkarte.

OpenBSD, FreeBSD und Derivate

Die BSD-Systeme ähneln konzeptionell Linux, sind aber vom technischen Ansatz her eher ein herkömmliches Unix. Software und Updates werden auf dem Rechner aus dem Quellcode kompiliert - was automatisch abläuft, dem Anwender völlig verborgen bleibt und kein Eingreifen seinerseits erfordert.

Allerdings gilt es hier noch stärker als unter Linux auf kompatible Hardware zu achten, bereits bei der Anschaffung des Rechners. Dafür erhält man ein stabiles und sehr sicheres Betriebssystem.

Apple's OS X ist ein BSD-Derivat, allerdings ohne die Vorteile offenen Quellcodes. Nicht anders oder vielleicht auch mehr noch als bei Micrsoft bemüht man sich auch bei Apple um Entmündigung und Gängelung des Benutzers.

Android

Mit der Entwicklung der Smartphones begann Google, als einheitliches Betriebssystem das Linux-basierte Android zu entwickeln. Android nimmt heute bei den Smartphones den gleichen Platz wie Windows im PC-Markt ein. Um die 90 Prozent der Smartphones sind Android-Geräte.

Android folgt dabei dem Ruf Klaus Schwabs: "Dir wird nichts gehören und Du wirst glücklich sein". Android-User sind in der Regel an Googles Play-Store angeschlossen und bekommen - wenn sie Updates bekommen - diese automatisch vom Gerätehersteller. Einen Administrator-Zugang zu ihrem Gerät haben sie nicht. Den hat der Gerätehersteller oder Google.

Die Update-Situation ist dabei recht abenteuerlich, besonders bei billigen Geräten. Ältere Geräte bekommen zumeist keine Updates mehr, und die Sicherheitslücken stehen offen wie Scheunentore.

Von Datenschutz kann dabei eigentlich keine Rede mehr sein. Wer Administrator-Rechte auf einem Gerät hat, hat Zugriff auf die Daten. Vermutlich ist die Mehrheit der Smartphonebenutzer da aber relativ schmerzfrei. Muss man ja sein, wenn man Facebook und WhatsApp benutzt.

Fazit

Wer auf PC oder Laptop Wert auf Datenschutz und Datensicherheit legt, kommt um Linux oder ein freies BSD-Derivat nicht herum. Bei Microsoft und Apple geht der Trend weiter in Richtung Entmündigung und Enteignung des Nutzers.

Das gilt auch und gerade für Unternehmen. Der Bärenanteil der Datenverluste durch Ransomware geht ja auf das Konto von des Mailprogramms Microsoft Outlook, das Phishingattacken so einfach macht. Aber Datenverlust wird als Schicksalsschlag hingenommen, anstatt Outlook und Active Directory aus dem Netz zu verbannen.

Im Smartphone-Bereich ist das noch schlimmer. Google und Gerätehersteller haben den vollen Zugriff auf die Geräte Ihrer Kunden, der Nutzer selbst hat nur eingeschränkte Verfügungsgewalt. Nicht anders Apple mit IOS. Alternativen gibt es wenige.

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